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Tagung: Die Zwangsaussiedlungen aus dem Grenzgebiet der DDR zur Bundesrepublik Deutschland

 

Veranstaltung am 2. Juni 2012 in der Gedenkstätte Moritzplatz, Magdeburg.

Aus dem Ankündigungstext:

Am 26. Mai 1952 beschloss der Ministerrat der DDR eine Polizeiverordnung über die Einführung einer besonderen Ordnung an der Demarkationslinie. Darin beauftragte er das Ministerium für Staatssicherheit, „unverzüglich strenge Maßnahmen zu treffen für die Verstärkung der Bewachung der Demarkationslinie ..., um ein weiteres Eindringen von Diversanten, Spionen, Terroristen und Schädlingen“ zu verhindern. Das am 26. Mai 1952 geschaffene Grenzregime und die daraufhin erfolgten Zwangsaussiedlungen zwischen dem 29. Mai und dem 16. Juni 1952 wurden zuvor von der Sowjetunion angeordnet und waren Teil zahlreicher Maßnahmen, die die SED im Frühjahr 1952 durchsetzte, die die Teilung Deutschlands vertieften und die Situation der Menschen in der DDR verschlechterten.

Aus Anlass des 60. Jahrestags der ersten Zwangsaussiedlungswelle aus dem Grenzgebiet wollen wir (die Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur) gemeinsam mit der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg in der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt in einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung an diese Aussiedlung und die noch heute wirkenden Folgen bei den Opfern erinnern und darüber informieren. Zugleich soll hinterfragt werden, welchen Stellenwert die Zwangsaussiedlungen aus dem Grenzgebiet der DDR in der heutigen Erinnerungs- und Gedenkkultur besitzen. Die Veröffentlichung der Erinnerungen der Betroffenen stellt einen Schritt in der öffentlichen Rehabilitierung der damaligen Opfer dar. Die historische Aufarbeitung der damaligen Verfolgungsmaßnahme ist die Voraussetzung dafür, dass damals Verachtete und öffentlich Diskreditierte eine Chance erhalten, in der heutigen Gesellschaft als gleichwertige Bürger anerkannt zu werden. Aussiedlungen gab es auch in den anderen von der Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg beherrschten Ländern Mittelost- und Südosteuropas. Die Auswahl der Betroffenen ist zum größten Teil unerforscht. In Ungarn gibt es aber inzwischen eine Gruppe von Wissenschaftlern, die die Zwangsaussiedlungen zwischen 1945 und 1952 in Ungarn erforscht und bereits Ergebnisse vorlegen kann. Zugleich findet derzeit eine öffentliche Auseinandersetzung über die Rehabilitierung dieser Gruppen statt. Zu diesem Thema soll ein Wissenschaftler aus der Gruppe ebenfalls für das Podium eingeladen werden.

 

Abschließend diskutierte Hendrik Bindewald von der Forschungsgruppe Innerdeutsche Grenze mit Moderator Andreas Wagner, Politische Memoriale e.V., Marie-Luise Tröbs, Präsidentin des Bundes der Zwangsausgesiedelten e.V., und  Daniel Bohse, Gedenkstätte Moritzplatz, über die Zwangsaussiedlungen in der Erinnerungs- und Gedenkkultur.