Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Forschungsgruppe Innerdeutsche Grenze
Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Forschungsgruppe Innerdeutsche Grenze
  • Zielgruppen
  • Suche
 

Abschlussbericht zum Projekt "Zukunft der Grenzmuseen"

Über neun Monate hat sich die Forschungsgruppe Innerdeutsche Grenze im Projekt "Zukunft der Grenzmuseen" mit den Formen der (musealen) Erinnerung an die innerdeutsche Grenze in Niedersachsen auseinandergesetzt. In dem vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderten Vorhaben wurde eine Bestandserhebung von Grenzmuseen, Gedenkstätten, Initativen und Erinnerungsorten in Niedersachsen und den angrenzenden Bundesländern erarbeitet und davon ausgehend sinnvolle Perspektiven und tragfähige Zukunftskonzepte skizziert.

Zum Jahresende 2012 konnte das Projekt "Zukunft der Grenzmuseen"  zu einem vorläufigen Ende geführt werden. Der Abschlussbericht steht nun als Download zur Verfügung.

Der Projektbearbeiter bedankt sich bei allen am Projekt beteiligten Museen, Gedenkstätten, VertreterInnen von Initativen und Privatpersonen und freut sich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.

 

Zukunft der Grenzmuseen – Sammlungen, Präsentationen, Konzepte, wissenschaftliche Forschung, Koordination

Projektskizze

Der niedersächsische Abschnitt der ehemaligen innerdeutschen Grenze bildet den geographischen Bezugspunkt des Projekts "Zukunft der Grenzmuseen". Dort hat sich eine mannigfaltige Erinnerungslandschaft herausgebildet, die neben den materiellen Überresten des Grenzraumes durch die historischen Denkmäler und gegenwärtigen Erinnerungsorte geprägt ist. 

Insgesamt 25 Museen, Initiativen, Vereine sowie Lern- und Gedenkorte auf beiden Seiten des ehemaligen niedersächsischen Grenzverlaufs werden im Projekt dokumentiert. Schon allein diese Zahl zeigt, welche Vielfalt und welcher Wissensschatz sich hinter den genannten Einrichtungen verbergen. Zugleich zeigt die Existenz dieser Museen, die von den Betreibern oft unter schwierigsten Bedingungen aufrecht erhalten werden, dass es eine Nachfrage nach den in ihnen vermittelten Informationen gibt und sie als wichtiger Bestandteil der regionalen Erinnerungskultur akzeptiert sind.

Einbezogene Museen- und Erinnerungsorte 

- Elbbergmuseum Boizenburg

- "Alte Schule" Bleckede

- Ausstellung "Wendepunkte" mit Rundwanderweg "Grenzgänge – Leben an der Elbe",

Konau/Elbe

- Ausstellungsscheune Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze«, Konau/OT

Popelau

- "Altes Zollhaus" Hitzacker

- Pyramide zur Erinnerung an Zwangsaussiedlungen, Vockfey

- Heimatstube und Denkmal zur Erinnerung an die Grenze und zur "Dorfrepublik Rüterberg"

- Museum Festung Dömitz

- Bauernhaus Pauli, Unbesandten

- Ehemaliger Grenzturm, Lenzen

- Grenzlandmuseum Schnackenburg mit Außengelände Aulosen

- Grenzlandmuseum "Swinmark" Göhr/Schnega

- Museum Wustrow

- Künstlerhof Schreyahn, Wustrow

- Landwirtschaftliches Museum Böckwitz mit Grenzmuseum

- Zonengrenzmuseum Helmstedt

- Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn mit Grenzdenkmal Hötensleben

- Gedenkstätte "Grenze" Mattierzoll/Winnigstedt

- Heimatmuseum Hornburg

- Brockenhaus

- Heimat- und Skimuseum Braunlage

- Grenzmuseum mit Grenzlandschaft Sorge

- Grenzlandmuseum Bad Sachsa/Tettenborn

- Heinz-Sielmann-Stiftung Duderstadt

- Grenzlandmuseum Eichsfeld, Teistungen

Ausgangslage und Vorgehen

Mit viel persönlichem Einsatz wurde und wird die Zugänglichkeit der Ausstellung gewährleistet. An verschiedenen Orten konnten mit Drittmitteln Ausstellungen und Bildungsprogramme realisiert werden. Andere Einrichtungen kämpfen um ihr Überleben, da hier dringend Gelder benötigt werden, um die Räumlichkeiten vor dem Verfall zu schützen oder Bildungsprogramme zu erstellen. Schon heute ist zudem zu beobachten, dass sich die "Museumsmacher der ersten Stunde" zurückziehen wollen und/oder müssen. Vielerorts ist es in solchen Fällen schwierig, Nachwuchs zu finden. Dieses Problem ist vor allem deswegen virulent, da durch das Nachrücken einer neuen Generation von Museumsmachern unweigerlich ein großer Wissens- und Erfahrungsschatz verloren zu gehen droht. Die Geschichte vieler Museen ist eng verbunden mit den Gründern und Betreibern. Sie sind es, die Auskünfte geben können über die Provenienz der Ausstellungsstücke, über die Geschichte des Erwerbs und die damit verbundenen Erzählungen von Spendern, Findern oder Leihgebern. Letztlich ist zu bilanzieren, dass die Vernetzung, sowohl was die thematische Profilierung der einzelnen Grenzmuseen, als auch die einzelnen Sammlungen betrifft, zwar begonnen hat, aber noch verstärkt werden muss. Lose Zusammenschlüsse in Museumsverbünden oder gemeinsam gestaltete Begleitveranstaltungen zeugen von den bisher realisierten Bemühungen.

In einem ersten Schritt wird im Rahmen des Projektes eine Dokumentation der Grenzmuseen und Erinnerungsorte erstellt. Dabei arbeitet das Projekt eng mit den Vertreterinnen und Vertretern der Museen zusammen. So kann gewährleistet werden, dass – in einem zweiten Schritt – weitere Handlungsoptionen und Perspektiven für die einzelnen Häuser erarbeitet werden können. 

Neben der Dokumentation regt "Zukunft der Grenzmuseen" den Austausch zwischen den einzelnen Häusern untereinander beziehungsweise zwischen Museen und Wissenschaft an. Das dazu ins Leben gerufene "Forum der Grenzmuseen" trifft sich in regelmäßigen Abständen. 

Im Rahmen der Tagung "Die Zukunft der Erinnerung an die innerdeutsche Grenze" wurden erste Ergebnisse des Projekts diskutiert.

Wissenschaftlich sowie museumsdidaktisch beratend sind der Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e.V., die Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, das Projekt "Geteilte Erinnerungen" an der TU Braunschweig, die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und das Grenzlandmuseum Eichsfeld beteiligt.                                                                                                         

                                                                                                                             Matthias Mahlke, M.A.