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„Grenze – Konstruktion Realität Narrative“ (24.6.2010 - 26.6.2010)

Bundesarchiv, Bild-00177241, Quelle: Bundesregierung

Kurzüberblick zur wissenschaftlichen Tagung

 

Ort und Zeit:

Hanns-Lilje-Haus Hannover, 24.-26. Juni 2010

Format der Vorträge:

max. 20-25 Minuten

Tagungsleitung:

Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer (Leibniz Universität Hannover)

Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann (Leibniz Universität Hannover)

Dr. Thomas Schwark (Historisches Museum Hannover)

Prof. Dr. Astrid M. Eckert (Emory University, Atlanta)

Rainer Potratz (Gedenkstätte Deutsche Teilung, Marienborn)

Dr. Hedwig Wagner (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

 

Gefördert von der VolkswagenStiftung.

Einführung in die Tagung

Die Grenze ist nicht eine räumliche Tatsache mit soziologischen Wirkungen, sondern eine soziologische Tatsache, die sich räumlich formt. 

In dem Erfordernis spezifisch seelischer Funktionen für die einzelnen geschichtlichen Raumgestaltungen spiegelt es sich, dass der Raum überhaupt nur eine Tätigkeit der Seele ist, nur die menschliche Art, an sich unverbundene Sinnesaffektionen zu einheitlichen Anschauungen zu verbinden.

Georg Simmel, Soziologie des Raums

 

Das Simmel'sche Diktum zur Staatsgrenze und zur räumlichen Grenze als seelischer Wechselwirkung weist die Behauptung natürlicher, geografischer Determination von Staat endgültig zurück. Dieser in der Literatur zur Grenze immer wieder zitierte Satz, der die soziale Bedingtheit von Staat und Territorium und Staat und Gesellschaft hervorkehrt, offenbart wie kein anderer Satz ganz exemplarisch die Konstruktionsleistung, die eine Grenze darstellt.

Die Tagung Grenze – Konstruktion Realität Narrative geht dieser mentalen wie medialen, dieser sozialkonstruktivistischen wie symbolischen (Re-)Konstruktion der territorialen, (national-)staatlichen Grenze, in Sonderheit der deutsch-deutschen Grenze, in vier thematischen Panels nach: Das Panel 1, Konstruktion: Eingrenzen – Entgrenzen, bündelt Vorträge zur Grenze als mentaler Konstruktion, zur Theorie der Grenze, zu spezifischen Ein- und Entgrenzungsmechanismen und zu aktuellen Grenzregimen. Panel 2, Realität: Leben an – leben mit der Grenze, fokussiert aus lokaler Perspektive den Prozess des Entstehens wie der Verwandlung der deutsch-deutschen Grenze sowie aus kultur- und politikgeschichtlicher Sicht das Handeln wichtiger Akteure an der Grenze. Panel 3, Narrative: Wahrnehmung der Grenze - Erinnerungen an die Grenze, widmet sich dem individuellen wie dem kollektiven Umgang mit der Grenze, den authentischen Erinnerungen und den inszenierten Erinnerungsorten. Begegnungen, Entgegnungen und Auseinandersetzungen mit der Grenze stehen hier im Mittelpunkt. Panel 4, Narrative: Bilder der Grenze, reflektiert den visuellen Umgang mit der Grenze in den Künsten und Medien. Bild, Fotografie und Film, ihre Visualisierungsstrategien und Inszenierungsleistungen, ihre narrative Funktion im Kulturellen stehen im Fokus dieses Panels.

Die Tagung Grenze – Konstruktion Realität Narrative, die vom 24. bis 26. Juni 2010 im Hanns-Lilje-Haus Hannover stattfindet, wird ausgerichtet vom Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover (Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer und Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann) sowie dem Historischen Museum Hannover (Dr. Thomas Schwark) in Kooperation mit der Emory University in Atlanta (Prof. Dr. Astrid M. Eckert) und der Gedenkstätte Deutsche Teilung, Marienborn (Rainer Potratz) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Dr. Hedwig Wagner).

Die Konferenz wird die erste wissenschaftliche Aktivität des von der VolkswagenStiftung in der Förderlinie ‚Forschen an Museen‘ bewilligten Forschungsprojekts Die innerdeutsche Grenze als Realität, Narrativ und Element der Erinnerungskultur sein.

Programm

 

Donnerstag, 24. Juni 2010

Panel 1

Konstruktion: Eingrenzen – Entgrenzen

Moderation: Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer 

15.30 – 17.30                         

Prof. Dr. Andrea Komlosy (Wien): Grenze und Raum

Diskussion

Dr. Stefan Kaufmann (Freiburg): Grenzen in der „Netzwerkgesellschaft“

Dr. Axel Klausmeier (Berlin): „Iron curtain“ als europäisches Kulturerbe?

Diskussion              

                                                 

Panel 2

Realität: Leben an – leben mit der Grenze

Moderation: Prof. Dr. Astrid M. Eckert

18.00 – 19.20                           

Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann (Hannover): Teilung - Gewalt - Durchlässigkeit. Die innerdeutsche Grenze 1945-1989 als Thema und Problem der Zeitgeschichte

Dr. Gerhard Sälter (Berlin): Grenzpolizisten der DDR an der innerdeutschen Grenze:     Zwischen Zwang, Überwachung und Mitmachen

Diskussion

20.00                         

Empfang für die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer im Historischen Museum

Grußworte:

Dr. Hilde Moennig, Bürgermeisterin der Stadt Hannover

Prof. Dr. Gabriele Diewald, Vizepräsidentin der Leibniz Universität Hannover  

Dr. Matthias Nöllenburg, VolkswagenStiftung

 

 

Freitag, 25. Juni 2010

Panel 2 (Fortsetzung)

Realität: Leben an – leben mit der Grenze

Moderation: Prof. Dr. Astrid M. Eckert

9.00-10.20                              

Jason Johnson (Evanston, USA): Zur Konstruktion der Grenze in der Region – das Beispiel  Moedlareuth

PD Dr. Daniela Münkel (Berlin): Überwachung und Kontrolle im Grenzraum – das Beispiel des  Kreises Halberstadt

Diskussion

Panel 3

Narrative: Wahrnehmung der Grenze - Erinnerungen an die Grenze

Moderation: Rainer Potratz

10.20-11.00                          

Prof. Dr. Astrid M. Eckert (Atlanta, USA): „Blick in die Zone“ - Die innerdeutsche Grenze als Touristenattraktion

 Diskussion

11.30-12.45                           

Axel Kahrs (Lüchow): Grenze und Entgrenzung in der Literatur

Dr. Kay Kufeke (Berlin): Grenzmuseen und Erinnerungskultur in Mecklenburg- Vorpommern

Diskussion

Vorstellung des Forschungsprojektes und Ausstellungsvorhabens

„Die innerdeutsche Grenze als Realität, Narrativ und Element der Erinnerungskultur“

 

Moderation: Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann

14.15-15.30                              

Ines Meyerhoff (Hannover):  Fotografien und Grenze

Dr. Hedwig Wagner (Jena): Visualisierung und Inszenierung der deutsch-deutschen Grenze aus Ost und West

Diskussion

16.00-17.00                                 

Vorstellung von ausgewählten Stationen der geplanten  Ausstellung durch Mitglieder der studentischen Projektgruppe. Kommentare: Fachkolleginnen und -kollegen aus Museen.

Diskussion

19.30                                            

Abendvortrag im Historischen Museum                  

Einführung und Moderation: Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer

Dr. Maren Ullrich (Oldenburg): Die deutsch-deutsche Grenze als Erinnerungslandschaft?

 

 

Samstag, 26. Juni 2010

Panel 4

Narrative: Bilder der Grenze

Moderation: Dr. Thomas Schwark

9.00-10.30                                           

Elena Demke (Berlin): Mauerfotografie

Doris Liebermann (Cottbus): Die Mauer in der deutschen Literatur 

Diskussion

10.30-12.30                                         

Claus Löser (Berlin): Gegenbilder

Prof. Dr. Kay Kirchmann (Erlangen-Nürnberg):  Grenzen und Entgrenzungen im Film – Überlegungen zu einer medialen Historiografie

 Diskussion

ABSCHLUSSDISKUSSION

Moderation: Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer

13.30-15.00                                         

Einstieg über eine Podiumsrunde; anschl. Plenumsdiskussion;

Prof. Dr. Astrid M. Eckert (Emory University, Atlanta)

Prof. Dr. Michele Barricelli (Leibniz Universität  Hannover)                                                 

Dr. Hans-Hermann Hertle (ZZF Potsdam)

Prof. Dr. Gerhard Paul (Universität Flensburg)