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Ausstellung

"Grenzerfahrungen" 

Von 2008 bis 2011 arbeiteten Studierende am Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover unter Leitung von apl. Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann und Dr. Thomas Schwark vertieft zu Fragen und Problemen der innerdeutschen Grenze zwischen 1945 und 1990. Aus der anfänglichen Seminarveranstaltung bildete sich eine rund 20 Personen umfassende außeruniversitäre Projektgruppe „Grenzerfahrungen“, die sich als konkretes Ziel setzte, im Jahr 2011 – in dem sich der Mauerbau wie auch die Gründung der Zentralen Erfassungsstelle im niedersächsischen Salzgitter zum fünfzigsten Male jährt – eine Ausstellung zur innerdeutschen Grenze zunächst im Historischen Museum Hannover sowie ab dem 9. November 2011 in der Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn zu präsentieren.

Das Konzept der Ausstellung hebt sich durch seine Schwerpunktsetzungen in dreifacher Weise deutlich von den vor allem in Berlin stattfindenden zahlreichen Veranstaltungen zum Mauerbau ab. Die Geschichte der innerdeutschen Grenze und der deutschen Teilung wird im Rahmen dieses Ausstellungsprojektes von Studierenden im Alter zwischen 20 und 30 Jahren „erzählt“, die Mauer und Grenze, Teilung und Blockkonfrontation selbst nicht mehr bzw. nur als Kind erlebt haben. Diese generationelle Perspektive prägt die Ausstellung entscheidend. Dabei wurde ein diskursiver, zum eigenen Nach- und Weiterdenken anregender Ansatz gewählt, der nicht nur die Ausgestaltung der Ausstellung, sondern in noch stärkerem Maße auch das geplante kulturelle Begleitprogramm und ein speziell entwickeltes Lehrer-Schüler-Begleitprogramm prägte. Methodisch spielen visuelle Medien (Fotografien und Filme) eine zentrale Rolle.

Zum zweiten hebt sich das Projekt „Grenzerfahrungen“ von den meisten 2011 stattgefundenen Veranstaltungen durch seine dezentrale Perspektive ab. Es überwindet die überstrapazierte Fokussierung auf den Brennpunkt Berlin durch seinen exemplarischen regionalen Zuschnitt und hebt damit die Bedeutung der Themenfelder Grenze und Teilung auch für die westdeutsche bzw. aufgrund der gewählten Schwerpunktsetzung auf Niedersachsen, in besonderer Weise für die niedersächsische Zeitgeschichte deutlich hervor. Schließlich wird drittens eine Reduktion auf die politische Geschichte und die Entwicklung der Grenzsicherungsanlagen vermieden, indem konzeptionell ein breit angelegter mehrdimensionaler Ansatz gewählt wird, der sozial-, kultur- und wirtschaftsgeschichtliche Aspekte zur Geschichte der Grenze sowie des westlichen und östlichen Grenzgebietes einbezieht. Dies spiegelt sich auch darin wider, dass die Stationen der Ausstellung vier großen Themenfeldern (die ergänzend in systematischen Texten erläutert werden) zugeordnet werden können: Repression, Politik, Alltag, Durchlässigkeit.

Ein Zeitstrahl führt in die Ausstellung ein und sorgt für eine chronologische Einbettung des Dargestellten in die Geschichte der DDR und der Bundesrepublik. Eine Medienbox, in der eine von Studierenden selbst erarbeitete Filmcollage präsentiert wird, regt in besonderer Weise zur affektiven Auseinandersetzung mit dem Thema an. Im letzten Abschnitt der Ausstellung wird im Bereich „Grenze heute“ auf die Entwicklung des ehemaligen Grenzgebietes nach 1990 sowie auf die dort angesiedelten vielfältigen Formen der Erinnerungskultur (Grenzmuseen etc.) verwiesen.

Die Ausstellung war vom 26. April 2011 bis zum 14. August 2011 im Historischen Museum Hannover zu sehen (Flyer zur Ausstellung, PDF) und wird bis Ende 2012 in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn präsentiert.

Fotos: Matthias Mahlke