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Ein fotografischer Blick auf die innerdeutsche Grenze

Forschungsprojekt von Anette Blaschke und Bianca Roitsch

 

Der Beitrag ist erschienen in: Claudia Fröhlich/Harald Schmid/Birgit Schwelling (Hg.), Jahrbuch für Politik und Geschichte 5 (2014) 25 Jahre europäische Wende.

Natalie Wohlleben, Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de über den Aufsatz:

"Aus den weiteren Kapiteln des Jahrbuchs sei hier zudem auf den originellen Beitrag von Bianca Roitsch und Anette Blaschke über den „Augensinn“ westdeutscher Zollbeamter an der innerdeutschen Grenze verwiesen. Deren Fotos haben die Autorinnen nicht nur eingeladen, über den Stellwert des Schäferhundes zu reflektieren. Sie können auch eine zunehmende Entfernung zwischen den Grenzern auf beiden Seiten feststellen und laden schließlich dazu ein, einen Bildvergleich heranzuziehen, um „bisherige ‚Meistererzählungen‘ in Frage [zu] stellen oder zumindest [zu] ergänzen“ (172)."

Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Forschungsbeitrag erweitert die bisher vor allem politik- und baugeschichtlichen Überlegungen zur innerdeutschen Grenze um eine kulturgeschichtliche Betrachtungsweise. Im Zentrum stehen Fotografien aus dem unmittelbaren Grenzraum, die als historische Quellen neue Perspektiven der Wahrnehmung auf dieses symbolträchtige Bauwerk eröffnen. Einerseits spiegeln sich in ihnen zeitgenössische Narrative bildlich wider, andererseits konterkarieren und diversifizieren sie vermeintlich eindeutige Interpretationen.

Jenseits touristischer Interessen und propagandistischer Projektionen war die innerdeutsche Grenze alltäglicher Dienstort für die Beamten des bundesdeutschen Zolls, die seit März 1949 die Grenzsicherung der ›Demarkationslinie‹ zur SBZ/DDR übernahmen. Neben den originären Aufgaben einer Zollbehörde – der Kontrolle des Personen- und Warenverkehrs – kam ihnen am konkreten Ort der sich verschärfenden Blockkonfrontation darüber hinaus politische Bedeutung zu. In diesem Kontext entstand der dem Beitrag zugrunde liegende Bestand von zwölf Fotoalben mit Aufnahmen, die unterschiedliche Zollbeamte im Laufe von mehr als drei Jahrzehnten der deutschen Teilung anfertigten.

Durch die Verknüpfung ikonografisch-ikonologischer Bildanalysemethoden mit zeithistorischen Kompetenzen entwickelt dieser Beitrag neue Analyseperspektiven auf die Wahrnehmungsgeschichte der innerdeutschen Grenze. Der Mehrwert der historischen Bildanalyse liegt dabei vor allem in der ›Re-Kontextualisierung‹ visueller Überlieferungen. Dazu wurden aus der Fülle der vorliegenden Aufnahmen drei signifikante Motivgruppen ausgewählt, die über den gesamten Entstehungszeitraum der Fotografien immer wiederkehren. Anhand dieser Motive können Kontinuitäten und Wandlungen des alltäglichen Blickfeldes der Zöllner erfasst und in Bezug zu historisch-politischen Entwicklungen und bundesdeutschen Narrativen im Umgang mit der innerdeutschen Grenze gesetzt werden.

Bitte klicken Sie auf die Bilder, um die Ansicht zu vergrößern. Bei den Beschriftungen handelt es sich um die originalen Bildunterschriften aus den genutzten Fotoalben.

 

 

Zoll-Werbefotos
10.9.1987 Siegerehrung OFD Zollhundewettkampf ZHSch Bleckede mit OFPräs Flockermann und ZAR Reichelt
GASt (ber.) Gartow und Prezelle Zollhunde
ZS Wille ‚beißt‘ ZS Meyer
in Abständen liegen Doppel- und Dreierposten, zum Teil mit Hunden
Hundelaufanlage am Gehlenberg
[...] hier wird eine Mine vergraben
[...] Hier werden die Minen in Empfang genommen. Das Bild erinnert an eine Verpflegungsausgabe.
[...] durch Minen getötetes Wild am Doppelzaun
Aufnahmen der im November 1976 installierten SM-70-Anlagen zwischen Klötzer Weg und Böckwitz/DDR im Bereich des Zollkommissariats Brome
Sommer 1982 SM-70 Montage im GASt-Abschnitt Reiffenhausen (Kirchgandern bis Waldwinkel)
Minensprengung, 7.6.1985
Bewacher
Einsatz von Grenzaufklärern der NVA-Grenztruppe, Juni 1970
17.7.1982 Grenzaufklärer nach Streichen der Grenzsäule bei Glasehausen