Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Forschungsgruppe Innerdeutsche Grenze
Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Forschungsgruppe Innerdeutsche Grenze
  • Zielgruppen
  • Suche
 

Workshop "Filmnarrationen zwischen Zeitgeschichtsschreibung und populärkultureller Aneignung"

Filminstallation im Grenzlandmuseum Eichsfeld, Foto: H. Bindewald, 2013

Einführung

17. Oktober - 18. Oktober 2013
Historische Museum Hannover
Pferdestraße 6 - 30159 Hannover

Die Bedeutung audiovisueller Quellen für die Geschichtswissenschaft wird mittlerweile kaum noch in Frage gestellt. Zugleich erreicht Geschichte insbesondere in den letzten Jahren durch Film und Fernsehen ein Massenpublikum. Mediale Geschichtsbilder tragen also wesentlich dazu bei, Interpretationen historischer Ereignisse in den Köpfen der Gesellschaft zu verankern.

Die hannoversche Forschungsgruppe Innerdeutsche Grenze setzt sich mit der audiovisuellen Verarbeitung der deutschen Teilung auseinander. Durch die VolkswagenStiftung werden unter anderem zwei Projekte unterstützt,

die sich mit der deutsch-deutschen Grenze im Dokumentar- und Spielfilm beschäftigen und in deren Rahmen ein weiteres Mal deutlich wird, dass das weite Feld der Filmgeschichte ein Sammelplatz diverser Zugänge und Methoden ist. Um mit Günter Riederer (2003) zu sprechen: »Das Forschungsfeld 'Filmgeschichte' ist [...] ein großes Haus mit vielen Wohnungen«.

Diese methodische Vielfalt der Filmgeschichtsschreibung wird im Workshop kritisch beleuchtet. Das erste Panel legt deswegen mit theoretischen Überblicken eine Basis, um in den daran anknüpfenden Panels einzelne Promotionsvorhaben aus der Praxis zu diskutieren. Diese Forschungsprojekte widmen sich der Interpretation deutscher Zeitgeschichte im Film des 20. Jahrhunderts. Potentiale und Problemfelder im Umgang mit audiovisuellen Quellen sollen dabei vorgestellt und diskutiert werden, so dass die Veranstaltung auch als Plattform für Doktorandinnen und Doktoranden dient, um sich über Fragen und Probleme bei der täglichen wissenschaftlichen Beschäftigung mit Filmen auszutauschen.

Das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher und populärer Rezeption medialer Inszenierungen von historischen Themen darf dabei nicht außer Acht gelassen werden. Deswegen lohnt sich abschließend ein Blick auf den Einsatz audiovisueller Quellen in Museen und Gedenkstätten, sowie auf den Umgang mit Geschichte in neuen Medien. Wie können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, aber auch Museumspädagoginnen und -pädagogen auf unterschiedliche Geschichtsbilder in Filmen, Videospielen oder im Internet angemessen reagieren? Der Verweis auf die Deutungshoheit der Wissenschaft reicht angesichts der heutigen Mediennutzung der Gesellschaft nicht aus.

Die Forschungsgruppe Innerdeutsche Grenze ist ein Kooperationsprojekt der Leibniz Universität Hannover (LUH) und des Historischen Museums Hannover (HMH). Das Teilprojekt »Die innerdeutsche Grenze als Realität, Narrativ und Element der Erinnerungskultur« wird im Rahmen der Förderlinie »Forschen an Museen« durch die VolkswagenStiftung unterstützt.

Programm

Donnerstag, 17.10.2013

13.00 Uhr Begrüßung und Einführung


Begrüßung
Carl-Hans Hauptmeyer/Thomas Schwark (Hannover)

Einführung
Christian Hellwig (Hannover)

Eröffnungsvortrag

Ein Haus mit vielen Zimmern. Zum aktuellen Stand des Verhältnisses von Geschichtswissenschaft und Film
Günter Riederer (Wolfsburg)

14.30 Uhr Panel 1: Film als historische Quelle

Moderation: Lu Seegers (Hannover)

Film = Wahrheit 24 mal pro Sekunde? Streiflichter auf das Verhältnis von Zeitgeschichte und Film
Christoph Classen (Potsdam)

Film als mentalitätsgeschichtliche Quelle
Richard Rongstock (Nürnberg)

Gefährlich attraktiver Westen: Schurkenwohnungen in DEFA-Spielfilmen der 1950er- und 60er-Jahre
Annette Dorgerloh (Berlin)

Diskussion

16.00 Uhr
Kaffeepause

16.30 Uhr Panel 2: Zeitgeschichte in filmischen Narrationen I

Moderation: Annette Dorgerloh (Berlin)

Ausgeliefert - Verschleppt - Erschossen: Fluchten an der innerdeutschen Grenze in westdeutschen Filmen der 1950er- und 60er-Jahre
Christian Hellwig (Hannover)

Christiane F. und Stefan K. – Stadt und Jugend im geteilten Berlin der frühen 80er Jahre
Birgit Schapow (Berlin)

Moralvorstellungen im »Polizeiruf 110« und in der DDR-Gesellschaft
Philipp Wille (Leipzig)

Diskussion

Freitag, 18.10.2013


9.00 Uhr Panel 3: Zeitgeschichte in filmischen Narrationen II
Moderation: Christoph Classen (Potsdam)

Ein konstruiertes Feindbild - Amerika im DEFA-Historienfilm
Kathrin Nachtigall (Berlin)

Die DDR im TV-Spielfilm
Julia Weber (Leipzig)

»Der Turm«: Zur Rezeption von DDR-Geschichte im Fernsehen durch
jugendliche Zuschauer
Björn Bergold (Magdeburg)

Diskussion

10.30 Uhr
Kaffeepause

11.00 Uhr Panel 4: Audiovisuelle Medien in Wissenschaft, Museum, Populärkultur

Moderation: Ben Thustek (Teistungen)

Mehr als »bunte Bilder«. Historisches Filmmaterial im Museum
Jan Kindler (Dresden)

Historienspiele als Chance für die Geschichtswissenschaft
Lutz Schröder (Hamburg)

»Wehrmacht? Gefällt mir!« Facebook als Vermittlungsinstrument
Ralf Raths (Munster)
Diskussion

12.30 Uhr Résumé
Moderation: Detlef Schmiechen-Ackermann (Hannover)

Annette Dorgerloh (Berlin)
Sabine Moller (Berlin)
Ben Thustek (Teistungen)

13.15 Uhr
Ende des Workshops

 

HIER steht der Ankündigungstext zum Download bereit. Das aktuelle Programm ist HIER verfügbar.